Von der Finsternis ins strahlende Licht

Eingetragen von Uwe Mindrup am Mo, 30.11.2015 - 16:57
MGV 1825 und Chorvereinigung Ludwigsburg werden für Mendelssohns Lobgesang gefeiert

Von Angelika Baumeister

Weit über 500 Besucher erlebten gestern [29.11.2015] in der Erlöserkirche [Ludwigsburg] grandiose musikalische Momente. Der MGV 1825 und die Chorvereinigung Ludwigsburg feierten mit dem Lobgesang von Felix Mendelssohn Bartholdy 300 Jahre Chorgesang und die beiden Vereine unter der Leitung ihres jungen Dirigenten Christoph Schweizer überzeugten auf ganzer Linie.

Was ist nicht schon alles über den Chorgesang gesagt worden. Er sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es oft. Die beiden Traditionsvereine, die seit knapp einem Jahr gemeinsam proben, bewiesen mit der Symphoniekantate das Gegenteil. Knapp 80 Sängerinnen und Sänger agierten kraftvoll sowie versiert und mit der Jungen Süddeutschen Philharmonie Esslingen brachte ein souverän agierendes Orchester die Eingangssymphonie zum Schwingen.

Neben dem packenden Auftakt gefiel hier vor allem der fast schon tänzerische Dialog zwischen Streichern und den Blechbläsern und im abschließenden Adagio  strahlten die Holzbläser tiefe Religiosität und Hingabe aus. Mit Wucht und erstaunlicher Dynamik erklang der Eingangschor „Alles was Odem hat, lobe den Herrn”, das Publikum war ergriffen und die Akteure hielten bis zum Schluss den Spannungsbogen.

Der Chor sorgte überdies mit der Passage “Die Nacht ist vergangen” für großen Glanzt, die Waffen des Lichts hatten gesiegt, der Chor strahlte eine enorme Zuversicht aus und das Publikum stimmt schließlich begleitet von der Orgel in den bekannten Choral  „Nun danket alle Gott” ein. Lob, Ehr und Dank überbrachte der Chor in einem fulminanten Schlussteil. Eine Klasse für sich waren auch die Solisten, vorneweg die Sopranistin Alice Fuder, deren strahlende Stimme staunen ließ. Auch der Tenor Timo Schabel und die Sopranistin Mariann Grieshaber überzeugten mit soliden Leistungen. Was die Ausführung vor allem auszeichnete: Die klare Strukturiertheit, die dem jungen Dirigenten Christoph Schweizer zu verdanken war. Er hatte den Chor zu Höchstleistungen motiviert und ihn zu einer erstaunlichen Einheit geformt.

Schweizer verstand diesen vom Publikum gefeierten Abend auch als Ansporn für die zukünftige gemeinsame Arbeit, denn im nächsten Jahr wollen beide Chöre offiziell fusionieren. Mit dem Lobgesang schufen MGV und Chorvereinigung dafür eine hervorragende Basis. Der Lobgesangt hat für Schweizer eine erstaunliche Aktualität: Die Bekämpfung des Bösen, des Dunklen in einer von Angst geprägten Zeit des Terrors. Der Lobgesang führte in das Licht, in die Zuversicht und direkt in die Herzen des Publikums

Aus: Ludwigsburger Kreiszeitung vom 30.11.2015