Konzertkritiken

Bach im Geist von Cage

Ludwigsburger Motettenchor mit der Matthäus-Passion in der Stadtkirche
Ludwigsburg. Mehr als eineinhalb Minuten lässt Martin Kaleschke die Musikerinnen und Musiker verharren, mit denen der Ludwigsburger Bezirkskantor soeben Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion” realisiert hat. Sie vergehen in einer verblüffend unkompromittierten, nahezu kompletten Stille, bevor der dafür umso nachhaltigere Beifall einsetzt. Nachdem man fast drei Stunden lang der auch 292 (nach älteren Auffassungen 290) Jahre nach ihrer Uraufführung unfassbar packenden Musik des Leipziger Thomaskantors gelauscht hatte, entsteht ein markerschütternder Moment gedehnter Zeit.

Alles in einer Hand

Gerhard Hess musiziert „Glaube – Liebe – Hoffnung“ mit den Katharinenensembles in der Friedenskirche

Von Dietholf Zerweck

Ludwigsburg. Gut besucht war die Friedenskirche beim Konzert mit Gerhard Hess und seinen Ludwigsburger Katharinenensembles, die Fabian Wöhrles Oratorium „Glaube – Liebe – Hoffnung“ mit Kantatensätzen Johann Sebastian Bachs zur Aufführung brachten. Schon die erste Sinfonia zeigte, mit welcher Lebendigkeit und Energie hier musiziert wurde. Und der Eingangschor führte schon tief in die Thematik des „Glaube“-Teils hinein:

„Wo soll ich Rettung finden?
Wenn alle Welt herkäme,
Mein Angst sie nicht wegnähme”

Im Gestus der Aufklärung

Großer Applaus für die Aufführung des Chorforums von Joseph Haydns „Die Schöpfung” in der Stadtkirche
Ludwigsburg. Es gehört zu den berühmtesten Werken seines Komponisten wie der Gattung überhaupt: das Oratorium „Die Schöpfung”. Wofür Joseph Haydn anlässlich der Uraufführung 1799 im alten Wiener Burgtheater mit „Wir wollen Papa Haydn!”-Rufen gefeiert wurde, war am Sonntagabend in der Stadtkirche zu hören. Mit rund 90 Sängerinnen und Sängern des Stammchors und des Projektchors war das Chorforum angetreten, um gemeinsam mit Solisten der Staatsoper Stuttgart und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Christoph Schweizer Haydns großen Wurf aufzuführen. Mit diesem knüpfte die Vaterfigur der Wiener Klassik an die großangelegten Chorwerke Händels an, die der österreichische Tonsetzer bei seinen Englandaufenthalten kennengelernt hatte.

Längst kein Geheimtipp mehr

Das Heinz-Güller-Vokalensemble ehrt mit einem hörenswerten Programm seinen Namensgeber
Geislingen / Ulrich Schlecht 21.03.2018 | swp.de
 

Die Konzerte des „Heinz-Güller-Vokal­ensembles“ sind längst über den Status eines Geheimtipps hinausgewachsen, und so war am Sonntagabend eine ansehnliche Besucherzahl in die Geislinger Stadtkirche ge­kommen, als dort musikalisch des 100. Geburtstags des Chorleiters, Klavierlehrers und Komponisten Heinz Güller gedacht wurde.

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